Losungswort
Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen?
Jesaja 50,9
Lehrtext
Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt.
Römer 8,34
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Im heutigen Losungswort spricht der Prophet Jesaja zu seinen Anklägern. Nicht, dass er sich wirklich schuldig gemacht hätte – vielmehr wollten seine Gegner ihn loswerden. Sie wollten das nicht hören, was er ihnen von Gott mitteilte. Doch Jesaja verteidigte sich nicht selbst, sondern vertraute Gott seine Verteidigung an.
Der Lehrtext geht noch darüber hinaus. Hier geht es nicht nur darum, dass Gott die verteidigt, die zu Unrecht angeklagt werden. Hier geht es sogar um diejenigen, die sich tatsächlich vor Gott und vor Menschen schuldig gemacht haben. Unser Verteidiger ist Jesus Christus. Seine Verteidigung besteht nicht darin, unsere Unschuld zu beweisen, sondern vielmehr darin, unsere Schuld auf sich selbst zu nehmen. Er tritt für uns ein, indem er am Kreuz alles bezahlte, was uns anklagt. Das hat sowohl Auswirkungen für die Ewigkeit als auch für hier und jetzt.
Wie gehen wir damit um, wenn uns jemand beschuldigt? Wenn es zu Recht ist, sollten wir uns dazu stellen und bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Trotzdem dürfen wir wissen, dass Jesus Christus uns vor Gott gerechtfertigt hat. Vor allem sollten wir uns davor hüten, etwas solange abzustreiten, bis man uns überführt. Damit verleugnen wir, wie ich meine, die Gnade Gottes.
Wie ist es aber, wenn man uns zu Unrecht anklagt? Dazu schreibt der Apostel Paulus in einer ähnlichen Situation: „Allerdings hat es für mich keinerlei Bedeutung, welches Urteil ihr über mich fällt oder ob sonst irgendeine menschliche Instanz über mich zu Gericht sitzt. Nicht einmal ich selbst maße mir ein Urteil über mich an. Ich wüsste zwar nicht, dass ich mir etwas hätte zuschulden kommen lassen, aber damit bin ich noch nicht gerechtfertigt. Entscheidend ist das Urteil, das der Herr über mich spricht.“ Mit solch einer Haltung rechtfertigen wir weder uns selbst, noch klagen wir uns an. Wir legen es in die Hände Jesu Christi. Er tritt für uns ein.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) 1Kor 4,3-4 [Neue Genfer Übersetzung]
Gebet:
Herr Jesus Christus, immer wieder will ich dir von Herzen danken, dass du meine und unser aller Schuld bezahlt hast. Hilf mir bitte, so zu leben, dass deine Gnade durch mich sichtbar wird. Ich will meine Sünden bekennen und nicht verstecken. Schenke mir den nötigen Mut dazu. Das bitte ich in deinem Namen, Jesus, Amen.