Losungswort
Verlass mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir!
Psalm 38,22
Lehrtext
Jaïrus bat Jesus sehr und sprach: Meine Tochter liegt in den letzten Zügen; komm und lege ihr die Hände auf, dass sie gesund werde und lebe.
Markus 5,23
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
In den heutigen Bibelversen geht es um Menschen, die vom Tod bedroht waren. Im Losungswort fleht David zu Gott, ihn nicht zu verlassen; im Lehrtext bittet ein verzweifelter Vater Jesus, sein sterbendes Kind zu retten. In beiden Fällen ist klar, dass der Tod nichts Willkommenes ist, sondern Trennung und Schmerz mit sich bringt. Und ebenso wird klar, dass die Betenden sich an jemanden wandten, der – im Gegensatz zu ihnen – dem Tod nicht ausgeliefert war: Gott.
Dass der Gott, zu dem David betete, ewig ist und der Tod ihm deshalb nichts anhaben kann, können viele noch nachvollziehen. Doch wie ist es mit Jesus Christus, der später ja selbst getötet wurde? Hatte er denn wirklich Macht über den Tod? Einige meinen zudem, dass er nicht Gott war, sondern eben nur ein Mensch. So sahen ihn auch die damaligen Schriftgelehrten und empörten sich über Jesu Aussagen wie diese: „Ich und der Vater sind eins.“(1) Doch Jesus lebte in dem Bewusstsein um seine göttliche Herkunft, seinen göttlichen Auftrag und seine göttliche Vollmacht.(2) Er wusste, dass er „das Lamm Gottes“ war, „das die Sünde der Welt wegnimmt!“(3) Auch wenn das damals nur wenige verstanden, änderte das nichts daran, dass es so war.
Der Vater des sterbenden Mädchens kam zu Jesus in der Erwartung, dass dieser alles ändern konnte, auch wenn die Umstände noch so düster aussahen. Doch dann kamen plötzlich seine Diener und teilten ihm mit, er brauche Jesus nicht mehr zu bemühen: Die Tochter sei gestorben. Was nun? Jesus sagte etwas zu ihm, das wir uns gut merken sollten: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“(4) Vor den Augen der Eltern brachte er das Mädchen ins Leben zurück.
Wie ich es sehe, gibt es bei Gott keine ausweglosen Situationen. Er kann retten und heilen. Doch auch wenn er es nicht tut, müssen wir nicht verzweifeln: Er selbst führt uns durch alles hindurch in das ewige Leben – wie er an Jesus Christus zeigte.(5)
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Joh. 10,30 [Luther 2017] (2) Joh. 13,3 (3) Joh. 1,29 [Elberfelder] (4) Mark. 5,36 [Luther 2017] (5) 1.Kor. 15,20
Als Gebet einen alten Chorus:
Glaube nur, glaube nur!
Alles ist möglich, drum glaube nur!
Jesus ist hier, Jesus ist hier!
Alles ist möglich, drum glaube nur!