Losungswort
HERR, verdirb dein Volk und dein Erbe nicht, das du durch deine große Kraft erlöst hast!
5. Mose 9,26
Lehrtext
Der Engel sprach zu Josef: Maria wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.
Matthäus 1,21
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Im heutigen Losungswort berichtet Mose dem Volk Israel, dass er Gott darum gebeten hatte, das Volk nicht zu verderben. Hatte Mose denn Angst vor Gott, weil dieser allmächtig ist und sowohl erhalten als auch verderben kann? Versuchte er also, Gott gnädig zu stimmen, weil er sich vor dessen Willkür fürchtete? Nein, Mose wusste, dass Gott gerecht ist. Jedoch hatte sich Israel immer wieder an Gott versündigt und sich Götzen gemacht, die sie anbeteten. Daraufhin wollte Gott sein Volk vernichten und aus Mose ein neues Volk entstehen lassen. Doch Mose bat ihn, sein Volk zu verschonen.
Im Lehrtext lesen wir von Jesus. Von ihm heißt es, dass er sein Volk von ihren Sünden retten wird. Schon beim Propheten Jesaja lesen wir: „Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“(1) Mose setzte sich für sein Volk ein, aber Jesus Christus opferte sich für alle Menschen. Dennoch müssen wir bedenken, dass wir für alles, was wir tun, vor Gott verantwortlich sind. Ich glaube, dass er uns seine Gnade weder aufzwingt noch hinterherwirft. Gewissensbisse, Schuldgefühle und Verantwortungsbewusstsein helfen uns jedoch, Gottes Gnade zu verstehen und darum zu bitten.
Manchmal kommen allerdings Christen zu mir, die befürchten, dass Gott ihnen nicht mehr vergeben kann. Zu schwer wiege ihre Schuld. Einige meinen, sie hätten die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen und Christus sich selbst abermals gekreuzigt.(2) Ich antworte dann meist: „Solange dich deine Sünde beunruhigt, ist noch Raum zur Gnade.“ Deshalb meine ich: Wir sollten kein Urteil über uns selbst sprechen – das steht nur Gott zu. Besser ist es, unsere Verfehlungen zu erkennen, sie zu bekennen und die Gnade Gottes zu ergreifen. Das wird unser Leben zur Ruhe bringen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Jes. 53,5 [Luther 2017] (2) Matt. 12,31-32 Hebr. 6,4-6
Gebet:
Herr Jesus Christus, du hast mein Leben zur Ruhe gebracht. Dafür danke ich dir von Herzen. Ich brauche nichts mehr aus meinem Leben zu beschönigen. Ich brauche mich aber auch nicht selbst zu verdammen. Du bist es, der richtet – und vor allem bist du es, der mich gerettet hat. Danke, Jesus, Amen.