Losungswort
Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.
Psalm 119,81
Lehrtext
Am Abend brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund.
Matthäus 8,16
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Im heutigen Losungswort spricht der Psalmist von seiner Sehnsucht nach Gottes Heil und sagt: „Ich hoffe auf dein Wort.“ In all seiner Not wusste er offensichtlich um die Kraft, die in einem Wort Gottes liegt. Als Christen glauben und bekennen wir, dass Gottes Wort in Jesus Christus Fleisch – also Mensch – wurde.(1) Diejenigen, die das damals miterlebten, sahen mit eigenen Augen, was das bedeutete. So wird im Umfeld des Lehrtextes von etlichen Wundern berichtet, die durch Jesus geschahen: Er heilte einen Aussätzigen, den kranken Knecht eines römischen Hauptmanns sowie die Schwiegermutter des Petrus. Er befahl Wind und Wellen und sie gehorchten ihm. Sogar Dämonen mussten sich vor ihm beugen.(2)
Durch all diese Zeichen und Wunder sollten die Menschen verstehen, dass Gottes Reich nicht irgendwo, sondern ganz nahe war. In Jesus wurde offenbar, welche Kraft und Macht ein einziges Wort Gottes hatte, denn all das geschah, wie es im Lehrtext heißt, „durch sein Wort“. Interessanterweise war es der römische Hauptmann, der sagte: „Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.“(3) Durch seine Militärausbildung wusste er, was eine Befehlskette ist: Der an der Spitze hat das Sagen. Mit dem, was er zu Jesus sagte, bekannte er: „Du, Jesus, stehst an der Spitze – du hast die Macht.“
Wie ist das bei uns? Auf wen wir innerlich unsere Hoffnung setzen, zeigt, wen wir für fähig halten. Fragen wir uns einmal, an welcher Stelle Jesus da bei uns steht. Es mag ja so aussehen, als ob Menschen oder Umstände mehr Macht hätten. Doch gerade hier hinein kommt der Glaube: dass Gott da ist, dass er einen Plan hat, dass er gut ist und Gutes mit uns vorhat. Und außerdem: dass er das letzte Wort spricht – und sein Wort mehr Macht als alles andere hat. Wir hoffen auf den, dem „alle Gewalt im Himmel und auf Erden“(4) gegeben ist. Er ist für uns.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Joh. 1,14 (2) Matth. 8,2-33 (3) Matt. 8,8 [Luther 2017] (4) Matt. 28,18 [Luther 2017]
Als Gebetsinspiration ein Wort des Apostels Paulus:
Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.(5)
(5) Röm. 8,38-39 [Luther 2017]
Danke, Herr Jesus, dass du Mensch wurdest und zu uns gekommen bist. Danke für deine Gegenwart durch den Heiligen Geist. Du begleitest uns durch alles hindurch. Nichts und niemand kann uns von dir trennen. Amen.