Losungswort
Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.
Psalm 115,2-3
Lehrtext
Jesus spricht: Wer mich sieht, der sieht den Vater.
Johannes 14,9
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Als das heutige Losungswort aus Psalm 115 verfasst wurde, hatten viele Völker Bilder und Statuen, mit denen sie ihre Götter darstellten. In Israel war dies jedoch streng verboten. Schon am Anfang der Zehn Gebote heißt es: „Du sollst dir kein Gottesbild machen noch irgendein Abbild von etwas, was oben im Himmel, was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist.“(1) Die Israeliten konnten ihren Gott nicht vorzeigen. Deshalb schrieb der Psalmist: „Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.“ Gott ist zwar nicht sichtbar, jedoch mächtig. Im Gegensatz dazu waren die Götzen zwar sichtbar, aber völlig machtlos. So heißt es ein wenig weiter: „Sie haben einen Mund und sprechen nicht, haben Augen und sehen nicht.“(2)
Wenn Gott aber nicht sichtbar ist und wir uns auch kein Gottesbild machen sollen, wie erkennt man ihn dann? Nun, wir erkennen ihn an seinen Werken – an der Schöpfung und an dem, wie er heute wirkt. Allerdings kann man für alles, was ist und geschieht, auch eine Erklärung suchen, die Gott ausschließt. Solche Erklärungen greifen meist auf Naturgesetze oder Wahrscheinlichkeiten zurück. Doch woher kommen die Naturgesetze? Warum funktionieren Wahrscheinlichkeitsberechnungen z.B. im Versicherungswesen? In meinen Augen laufen letztendlich alle Erklärungen, die Gott ausklammern wollen, ins Leere.
Es gibt aber noch etwas Besseres, wie wir Gott erkennen können – nämlich in Jesus Christus. Das ist die Aussage des Lehrtextes: Wer Jesus sieht, der sieht den Vater. Jesus war sichtbar und spürbar unter uns Menschen. Seine Geschichte, sein Handeln und seine Worte sind in den Evangelien aufgeschrieben. Bevor er in den Himmel auffuhr, sagte er zu seinen Jüngern: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.“(3) Damit kündigte er den Heiligen Geist an. So ist Gott, auch wenn er unsichtbar ist, an seinen Werken erkennbar und durch den Heiligen Geist erlebbar.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) 2.Mos. 20,4 [Zürcher Bibel] (2) Ps. 115,5 [Zürcher Bibel] (3) Joh. 14,18 [Zürcher Bibel]
Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir keine Bilder und keine menschlichen Vorstellungen benötigen, um dich zu erkennen. Du kamst in Jesus Christus, deinem Sohn, zu uns und hast uns vorgelebt, wer und wie du bist. Ich danke dir für deinen Heiligen Geist. Du bist uns nahe, wo immer wir auch gerade sind. Danke, Vater. Amen.