Losungswort
Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.
Psalm 95,6
Lehrtext
Der Samariter fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm.
Lukas 17,16
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Im heutigen Losungswort besingt der Psalmist die Größe Gottes. Zunächst beschreibt er, dass Gott alles gemacht hat, unter anderem die Berge und das Meer. Immer wieder fordert er dazu auf, vor Gott niederzufallen und ihn anzubeten.
Doch dann nimmt der Psalm eine Wende, und wir lesen: „Verschließt eure Herzen nicht, wie es eure Väter getan haben; damals, als sie mir in der Wüste Vorwürfe machten und sich erbittert gegen mich auflehnten.“(1) Man kann offensichtlich Gottes Größe, Macht und Güte auch vergessen und in eine Vorwurfshaltung geraten. Ich glaube, dass der Psalmist auch deshalb zur Anbetung auffordert, da man sich dann auf Gott fokussiert und nicht auf die eigenen Gedanken oder Gefühle.
Nun verbinden viele Christen mit Anbetung bestimmte Lieder oder Gebetsformen. Meist geht es um eine verinnerlichte Beziehung zwischen Gott und uns. Dabei wird manches als Störfaktor empfunden, wie etwa zu laute Musik, herumtobende Kinder oder anderes. Interessanterweise kann die Anbetung, wie sie im Losungswort beschrieben wird, überhaupt nicht gestört werden. Sie ist weder abhängig davon, ob wir Gott spüren, noch hat sie etwas Meditatives; sie versenkt sich auch nicht in eine Begegnung mit Gott. Sie ist schlicht ein Zeichen höchster Ehrerbietung und des Respekts gegenüber Gottes Größe.
So erging es auch dem Samariter, von dem der Lehrtext berichtet. Er war einer von zehn Männern, die vom Aussatz befallen waren. Alle baten Jesus, sie zu heilen. Dieser befahl ihnen, sich dem Priester zu zeigen. Auf dem Weg dahin verschwand der Aussatz. Alle hatten Gottes Größe und Güte erlebt – doch nur einer kam zurück, um dem Sohn Gottes die Ehre zu geben. Das tat er, indem er vor Jesus auf sein Angesicht fiel und ihm dankte. Diese Handlung war eine Anbetung und nichts hätte den geheilten Samariter davon abbringen können.
Die Frage an uns ist: Wie verstehen wir Anbetung? Wie zeigen wir Gott unsere Dankbarkeit und unseren Respekt?
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Ps. 95,8 (Hoffnung für alle)
Als Gebet heute einen Ausschnitt aus dem Lied „Ich will dich anbeten“:
Herr aller Zeiten, du bist hoch erhaben,
herrlich im Himmel erhöht.
Doch voller Demut kamst du auf die Erde,
zeigst, worin Liebe besteht.
Herr, nie begreife ich die Last,
die du am Kreuz getragen hast.
Ich will dich anbeten,
will mich vor dir beugen,
will dir sagen: „Du nur bist mein Gott.“
Denn du allein bist herrlich,
du allein bist würdig,
du nur bist vollkommen gut zu mir.
Amen.
Text und Musik: Tim Hughes, Übersetzung: Andreas Waldmann