Losungswort
Ach, Herr, du großer und schrecklicher Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten! Wir haben gesündigt und Unrecht getan.
Daniel 9,4-5
Lehrtext
Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Johannes 6,37
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Das heutige Losungswort stammt aus einem Bußgebet des Propheten Daniel. Schon in der Anrede wird deutlich, welchen Respekt Daniel Gott entgegenbrachte. So sagte er: „Ach, Herr, du großer und schrecklicher Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten!“ Das Problem war, dass die Israeliten genau das nicht gemacht hatten. Gott hatte mit ihren Vorfahren einen Bund geschlossen, in dem er ihnen Segen und Fluch vorgelegt hatte, je nachdem, ob sie sich an sein Wort hielten oder nicht.(1) Folgten sie ihm, so erlebten sie Segen. Da sie sich aber immer wieder von ihm abwandten, überließ sie Gott ihren Feinden. So waren sie schließlich nach Babylon verschleppt worden. In Daniels Bußgebet sehen wir, dass er weder Gott verharmloste noch ihre Schuld verniedlichte.
Nun mag man sagen, das wäre ja zur Zeit des Alten Bundes gewesen. Heute leben wir schließlich nicht mehr unter dem Gesetz, sondern in der Gnadenzeit. Eines jedoch sollten wir nicht vergessen: Gott ist immer derselbe. Auch im Neuen Testament werden wir gewarnt: „Täuscht euch nicht! Macht euch klar, dass ihr Gott nicht einfach missachten könnt, ohne die Folgen zu tragen. Denn was ein Mensch sät, wird er auch ernten.“(2) Müssen wir uns nun vor Gott fürchten?
Für mich liegt ein großer Unterschied darin, ob man Gott fürchtet – ihn also ernst nimmt – oder Angst vor ihm hat. Daniel fürchtete Gott und vertraute ihm dennoch. Anstatt sich vor ihm zu verstecken, wie Adam und Eva es nach dem Sündenfall getan hatten(3), bekannte er die Schuld seines Volkes, ohne sich auszuklammern. Von solch einer Haltung der Umkehr spricht Jesus im Lehrtext, wenn er sagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Wir dürfen zu Gott kommen, wie wir sind. Dass der große und furchtgebietende Gott uns mit Liebe begegnen will, darf uns mit Dankbarkeit und Ehrfurcht erfüllen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) 5.Mose 11,26-28 (2) Gal. 6,7 [Neues Leben Übersetzung] (3) 1.Mose 3,8
Gebet:
Danke, Vater Gott, dass wir zu dir kommen dürfen, wie wir sind. Du begegnest uns mit Liebe und Barmherzigkeit. Danke, dass du uns durch Jesus Christus zusagst, uns nicht von dir zu weisen, wenn wir dich suchen. Nie will ich vergessen, was du für uns getan hast. Hilf mir, in deinen Wegen zu gehen, und leite mich zur Umkehr, wenn ich mich verfehle. Dir allein will ich vertrauen. In Jesu Namen, Amen.