Losungswort
Ich will die Übriggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen Ländern und will sie wiederbringen zu ihren Weideplätzen, dass sie fruchtbar sein sollen und sich mehren.
Jeremia 23,3
Lehrtext
Jesus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge.
Johannes 10,10
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
In den heutigen Bibelversen werden die Menschen, die zu Gott gehören, mit einer Schafherde verglichen, die von Hirten betreut wird. Wenn diese aber die anvertraute Herde nicht im Sinne Gottes leiten, wird sie darunter leiden. Es ist nicht immer so, dass Gott die Schafe einfach vor dem Schaden bewahrt, den die Hirten in ihrer Selbstsucht erzeugen. Er wird sich jedoch ihrer wieder annehmen. Die Hirten aber wird er zur Rechenschaft ziehen. Das lesen wir einen Vers zuvor: „Darum werde ich euch für eure Vergehen zur Rechenschaft ziehen, ich, der Herr, der Gott Israels.“(1)
Oft ist man dem ausgeliefert, was andere entscheiden. Das führt häufig zu einem Aufbegehren. Doch ein Führungswechsel bringt nicht automatisch Besserung, solange eigene Interessen im Vordergrund stehen. Wie anders hören sich da die Worte Jesu im Lehrtext an. Auch er beschreibt, dass seine Schafe von Räubern und Dieben bedroht wurden, die zu ihrem eigenen Vorteil handelten. Doch Jesus kam aus einem völlig anderen Grund. Er wollte und will bis zum heutigen Tag, dass es uns gut geht. Dazu ist es jedoch notwendig, ihm zu vertrauen. Wie aber kann es uns gut gehen, wenn wir in das heutige Weltgeschehen mit hineingerissen werden?
Ich meine, indem wir unsere Blicke vom Geschehen in dieser Welt hin zu Jesus Christus wenden. Er sagte nämlich: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“(2) Die Fülle finden wir in ihm, egal, was gerade um uns herum geschieht. Das verändert zwar nicht die Umstände, es verändert aber uns. Der, der nicht für seinen eigenen Vorteil lebt, erfüllt uns mit derselben Gesinnung. Glück und Lebenserfüllung liegen dann nicht mehr nur im eigenen Wohl, sondern vor allem in dem Wohl anderer. Wenn das die „volle Genüge“ ist, von der Jesus spricht, so können wir sogar in Notzeiten mit tiefem Glück erfüllt sein.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Jer. 23,2b [Hoffnung für alle] (2) Joh. 10,11 [Luther 2017]
Als Gebetsinspiration heute eine Strophe aus dem Lied „Wenn Friede mit Gott“:
Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt,
ob Stürme auch drohen von fern,
mein Herze im Glauben doch allezeit singt:
„Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn“.
Wenn Satan mir nachstellt und bange mir macht,
so leuchtet dies Wort mir als Stern:
Mein Jesus hat alles für mich schon vollbracht;
ich bin rein durch das Blut meines Herrn.
Mir ist wohl (mir ist wohl)
in dem Herrn (in dem Herrn)!
Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn!
Autor: Horatio Spafford Übersetzung: Theodor Kübler