Losungswort
Des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, dass man aus seinem Munde Weisung suche; denn er ist ein Bote des HERRN Zebaoth.
Maleachi 2,7
Lehrtext
Verkündige das Wort, tritt dafür ein, zur Zeit oder Unzeit, widerlege, tadle, bitte, in aller Geduld, wo die Lehre es gebietet!
2. Timotheus 4,2
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
In den heutigen Bibelversen geht es um Verkündigung und Lehre – die Basis für unsere Arbeit an den Gedanken zur Tageslosung. Im Losungswort aus dem Buch Maleachi werden die Priester ermahnt, da sie Boten Gottes sind. Im Lehrtext schreibt der Apostel Paulus an Timotheus und ermutigt ihn, jederzeit Gottes Wort zu verkündigen und dafür einzutreten.
Im Laufe unseres Dienstes haben wir inzwischen vielerlei Zuschriften erhalten. In einigen war auch die Frage, ob ich als Frau überhaupt solch eine Aufgabe wahrnahmen dürfte. In anderen wurde bemängelt, wir würden das Wort nicht entschieden genug verkündigen. Tatsächlich ist es uns ein Anliegen, den Menschen die gute Botschaft von Jesus Christus mitzuteilen. Dafür leben und arbeiten wir, sowohl in unserer Gemeinde vor Ort auf verschiedene Weise als auch online. Wir glauben uneingeschränkt, dass die Bibel Gottes Wort ist und durch sie zu uns redet. Deshalb versuchen wir, in unseren Andachten nicht nur auf einzelne Verse zu schauen, sondern die Zusammenhänge zu erkennen und zu vermitteln. Viele Menschen nehmen das mit Dankbarkeit auf, was wiederum uns und unsere Mitarbeiter mit Dankbarkeit erfüllt.
Was aber ist, wenn jemand all das kritisch sieht oder sogar ablehnt? Paulus sagte einmal im Zusammenhang mit Meinungsverschiedenheiten zu geistlichen Themen: „Ein jeder sei seiner Meinung gewiss.“(1) Er ließ keinen Zweifel daran, dass „jeder von uns über sein eigenes Leben vor Gott Rechenschaft ablegen“ muss.(2) Dem anderen eine andere Ansicht zuzugestehen, lässt ihm die Luft, zu atmen – und sich vielleicht für neue Einsichten zu öffnen. Das Ziel jeder Verkündigung muss die Ausrichtung auf Gott sein. Diskussionen und Ermahnungen dienen weder einem Selbstzweck noch rechtfertigen sie Rechthaberei, sondern sollen „in aller Geduld“ geschehen. Wollen wir uns danach ausstrecken?
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Röm. 14,5 [Luther 2017] (2) Röm. 14,12 [Neue Genfer Übersetzung]
Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir dein Wort auf so vielfältige Weise empfangen können. Schenke uns immer wieder neues Verlangen danach, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem, was aus deinem Mund hervorgeht.(3) Ohne dein Reden, deine Weisung, und vor allen Dingen ohne deinen Sohn, Jesus, unseren Retter, wären wir verloren. Danke, Herr, dass du uns nicht alleine gelassen hast, sondern zu uns gekommen bist. Amen.
(3) 5.Mose 8,3; Matt. 4,4