Losungswort
Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.
Psalm 71,23
Lehrtext
Zacharias forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes. Und sie wunderten sich alle. Und sogleich wurde sein Mund und seine Zunge aufgetan, und er redete und lobte Gott.
Lukas 1,63-64
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Hinter den heutigen Bibelversen stecken persönliche Erfahrungen. Im Vorfeld des Losungswortes schildert David sowohl seine Zuversicht, die er in Gott hat, als auch seine Ängste vor seinen Feinden. Außerdem bittet er Gott zweimal darum, ihn im Alter nicht allein zu lassen. Insgesamt erkennt man im ganzen Psalm ein sehr vertrauliches Verhältnis zwischen David und Gott, welches letztendlich in ein Lob Gottes hineinmündet.
Ich glaube, Gott lädt uns zu solch einer vertraulichen Beziehung zu sich ein. Wir können ihm alles sagen, selbst die Dinge, die wir nicht einmal wagen, auszusprechen. Gott hört nicht nur zu, er antwortet auch. Außerdem nehmen wir dem, was wir vor ihm aussprechen, die Macht, unsere Seele zu beherrschen.
Im Lehrtext ist es Zacharias, der Gott lobt. Er und seine Frau waren kinderlos geblieben und schon sehr alt. Irgendwann gibt man dann auf und arrangiert sich mit dem Unveränderlichen. Doch dann begegnete ihm völlig unerwartet im Heiligtum des Tempels ein Engel Gottes. Dieser kündigte an, dass Zacharias und seine Frau Elisabeth einen Sohn bekommen werden, den sie Johannes nennen sollten. Das konnte Zacharias nicht so recht glauben. Deshalb ließ ihn der Engel bis auf den Tag der Geburt des Kindes verstummen.
Anfänglich war das vielleicht ein Schock für Zacharias. Doch dann wurde Elisabeth tatsächlich schwanger. Ich denke, dass Zacharias schon in der Zeit der Schwangerschaft fast vor Glück platzte. Als dann aber das Kind geboren wurde und er dessen Namen auf eine Tafel schrieb, konnte er wieder reden. Und so war das Erste, was aus seinem Mund kam, ein Lob Gottes.
Ich glaube, Gott hat mit jedem von uns seine Geschichte. Wenn uns das klar wird, formt sich in uns ein Lob Gottes, egal, ob man uns dazu auffordert oder nicht. Gut ist es, sich immer wieder daran zu erinnern.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
Als Gebet heute ein kurzes Lied:
Wie oft hast du mich, Herr, aus tiefer Not befreit.
Wie oft hast du mich vor Unheil bewahrt.
Mein Herr, ich danke dir,
mein Lob und Preis gilt dir.
Mein Herr, ich danke dir mein Leben lang.
Text und Musik: Hans-Peter Mumssen