Losungswort
Gott tut große Dinge, die nicht zu erforschen, und Wunder, die nicht zu zählen sind.
Hiob 9,10
Lehrtext
Wir wissen, dass er, der Jesus, den Herrn, auferweckt hat, mit Jesus auch uns auferwecken und mit euch vor sich hinstellen wird.
2. Korinther 4,14
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. In ihm bezeugt der Apostel Paulus seinen festen Glauben an mehrere Dinge. Erstens, dass Jesus Christus von den Toten auferweckt wurde. Zweitens, dass es Gott war, der das tat. Drittens, dass Gott es auch mit Paulus und all denen, die an Christus glauben, tun wird.
Hier sehen wir, dass der Glaube an Jesu Tod und Auferstehung nicht etwas ist, das man so oder so interpretieren könnte. Entweder stimmt es, dass Jesus lebt, oder es stimmt nicht. Wenn es aber nicht stimmt, warum sollte man dann daran glauben? Manche meinen, durch Glauben könne man Dinge erzeugen. Es war jedoch nicht der Glaube der Jünger, der Christus wieder lebendig machte, sondern es war Gott, „der Jesus, den Herrn, auferweckt hat“. Ist es nun egal, ob wir etwas glauben oder nicht, da wir selbst ja gar nichts bewirken können?
Sieht man in die Bibel, so erkennt man, dass die Wunder, die geschahen, immer im Zusammenhang mit Gott standen. Auch die größten Glaubenshelden konnten nichts aus sich heraus tun. Und Jesus sagte von sich selbst, dass er nur das tun konnte, was er den Vater tun sah.(1) Damit beschreibt er eine existenzielle Beziehung zu Gott, aus der heraus die Kraft fließt. Er kann alles – und schenkt uns nach seinem Willen Anteil daran. Was ist nun unser Part dabei?
Glaube ist quasi wie ein Segelboot, in das wir einsteigen. Wir können vielleicht die Segel hissen – doch ohne Wind wird nicht viel passieren. Die wahre Dynamik des Glaubens entfaltet sich dort, wo der Wind Gottes bläst. Dann erleben wir das, was Hiob im Losungswort sagt: „Gott tut große Dinge, die nicht zu erforschen, und Wunder, die nicht zu zählen sind.“ Mitunter macht uns jedoch Gottes Zeitplan zu schaffen. Das ging Hiob ebenso. Dennoch vertraute er darauf, dass Gott das letzte Wort spricht, und sagte: „Aber ich weiß: Mein Erlöser lebt!“(2) Wissen wir das auch?
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Joh. 5,19 (2) Hiob. 19,25 [Bruns]
Gebet:
Vater im Himmel, danke, dass du Geduld mit uns hast, wenn wir manchmal im Glauben schwerfällig sind. Schenke uns, dass wir deinen Willen für unser Leben erkennen, sodass wir mit dem Wind des Geistes das tun können, was du getan haben willst. Ich vertraue auf deinen Sohn, Jesus Christus, und sage mit Hiob: „Aber ich weiß: Mein Erlöser lebt! Ich habe einen Bürgen. Er wird als Letzter auf der Erde auftreten.“(3) Gelobt sei dein Name, Herr. Amen.
(3) Hiob. 19,25 [Bruns]