Losungswort
Der HERR spricht: Ihr habt gesehen, wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.
2. Mose 19,4
Lehrtext
Auf Gott hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten.
2. Korinther 1,10
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Im heutigen Losungswort geht es um Israels Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei. Vollständig lautet der Vers: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.“ Gott erlöste sein Volk also von den Ägyptern und führte es dann in seine Gegenwart.
Nun lesen wir im Lehrtext: „Auf Gott hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten.“ Zuvor schildert der Apostel Paulus, dass sie auf ihrer Missionsreise in der Provinz Asia derart attackiert wurden, dass sie schon meinten, darin umzukommen. Interessanterweise sieht er hinter allem Gottes Wirken und beschuldigt weder den Teufel noch andere Menschen. Stattdessen erklärt er: „Das alles geschah, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Toten zu neuem Leben erweckt.“(1)
Die Hoffnung, die im Lehrtext ausgedrückt wird, gründet sich darauf, dass Gott alles im Griff hat. Alles, was geschieht, hat er zumindest zugelassen – auch die Versklavung der Israeliten in Ägypten. Letztlich diente es dazu, dass sie ihre Hoffnung nicht auf die eigene Stärke setzten, sondern auf Gott. Und genau das führt in seine Gegenwart.
Auch wir benötigen Befreiung – vor allem von unserem alten Wesen. Diese beginnt damit, dass Gott uns von allem löst, was uns gefangen nimmt. Vor vielen Jahren erlebte ich das in Bezug aufs Rauchen. Seit meinem 14. Lebensjahr hatte ich geraucht. Als ich 13 Jahre später versuchte, damit aufzuhören, bemerkte ich meine Abhängigkeit. Ich hielt es nur für kurze Zeit durch. Doch dann bat ich Gott darum, frei zu werden, und wartete auf diesen Moment der Befreiung. Und tatsächlich: Mitten bei einer Zigarette drückte ich sie aus und war frei – nicht nur vom Rauchen, sondern auch davon, etwas tun zu müssen, was ich eigentlich gar nicht tun wollte.
Was auch immer uns gefangen nimmt, wir haben einen Gott, der rettet und befreit. Bitten wir ihn doch darum.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) 2.Kor. 1,9b (Neue Genfer Übersetzung)
Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du mich schon aus vielen Zwängen und Bedrohungen heraus gerettet hast. Wirke auch weiter so in unserem und meinem Leben. Darum bitte ich dich in Jesu Christi Namen, Amen.