Losungswort
Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner.
1. Samuel 2,2
Lehrtext
Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.
Offenbarung 4,8
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Im heutigen Losungswort wird Gottes Heiligkeit von einer Frau namens Hanna gepriesen. Sie hatte um einen Sohn gebetet, und Gott hatte sie erhört. Nun brachte sie den jungen Samuel in den Tempel, um ihn in den Dienst Gottes zu stellen, und betete: „Es ist niemand heilig wie der HERR.“ Ich denke, damit betonte Hanna, dass Gott absolut besonders und mit nichts und niemandem vergleichbar ist.
Im Lehrtext lesen wir nun von vier Wesen, die vor Gottes Thron stehen und ständig sagen: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr.“ Dieses dreimalige „Heilig“ kann ein Hinweis auf Gottes Dreieinigkeit sein. Oder darauf, dass er war, ist, und kommen wird; oder schlicht seine Heiligkeit besonders hervorheben. Doch welche Bedeutung hat es eigentlich für uns, dass Gott heilig ist?
Das Wort „heilig“ bringt unter anderem zum Ausdruck, dass etwas eine viel größere Bedeutung hat, als man äußerlich wahrnimmt. Als Gemeinde wurden wir einmal gebeten, unsere Räume für eine dreitägige Tagung zur Verfügung zu stellen. Eine unserer Bedingungen war, dass kein Alkohol konsumiert werden durfte. Damit waren die Veranstalter einverstanden. Am zweiten Tag kam ich auf einem kleinen Motorroller vorbei, um zu schauen, wie es so läuft. Draußen standen Leute, die mich aufgrund meiner äußerlichen Erscheinung für einen Passanten hielten. Irgendwann boten sie mir Schnaps an, den sie mitgebracht hatten. Ich sagte: „Das geht aber nicht“ – doch keiner reagierte. Als ich dann jedoch klarstellte: „Ich bin der Chef hier!“, landeten im Nu die Flaschen im Mülleimer. Plötzlich war ich für diese Leute quasi heilig, und sie reagierten dementsprechend.
Wie viel mehr sollte Gottes Heiligkeit dazu führen, dass wir ihm und allem, was ihm heilig ist, mit Respekt begegnen. Dank Jesus Christus dürfen wir den heiligen Gott „Vater“ nennen. Das ist eine große Gnade. Trotzdem ist und bleibt Gott absolut besonders und mit nichts und niemandem vergleichbar.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
Gebet:
Lieber Vater im Himmel, ich begreife immer mehr, was es bedeutet, dass ich dich Vater nennen darf. Du bist allmächtig und eigentlich unnahbar. Trotzdem bist du mir näher als alles andere. Zutiefst danke ich dir dafür, dass Jesus Christus alles, was mich von dir trennt, auf sich genommen hat. Ich kann es nicht mit Worten ausdrücken – ich möchte dir einfach nur danken. Amen.