Losungswort
Meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel ausgespannt. Ich rufe, und alles steht da.
Jesaja 48,13
Lehrtext
Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.
Offenbarung 4,11
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
In den heutigen Bibelversen wird gesagt, dass Gott der Schöpfer aller Dinge ist. Nun glaubt das längst nicht jeder – im Gegenteil: In den Augen vieler erscheint man eher als rückständig, wenn man davon spricht, dass Gott alles geschaffen hat. Die Israeliten, an die das Losungswort gerichtet war, zweifelten vielleicht nicht daran, dass Gott der Schöpfer war; dennoch ließen sie sich durch andere Religionen zur Abgötterei verführen. Beim Glauben geht es nämlich um mehr als um Bekenntnisse, Rituale oder Erkenntnisse – es geht um eine aufrichtige innere Ausrichtung auf Gott.
Genau darauf kam Gott im Vorfeld zum Losungswort zu sprechen. Er kritisierte die Bereitschaft der Israeliten, anderen Göttern nachzulaufen und ihnen womöglich das zuzuschreiben, was doch er gewirkt hatte.(1) Unmissverständlich ließ er sie wissen, dass er es war, der alles gemacht hatte und immer noch in der Hand hielt.
Wie stehen wir zu Gott als dem Schöpfer? Einige betrachten das als einen längst überholten Mythos. Andere wollen sich da quasi neutral halten. In ihrem Leben spielt es keine große Rolle, ob es so ist oder auch nicht. Wer aber in Beziehung zu Gott lebt, kann nicht länger indifferent sein. Das wäre so, als ob man behauptete, nichts über ein konkretes enges Familienmitglied zu wissen. Wer Gott kennt, weiß, dass er ihn kennt und wer er ist. Von solchen Menschen lesen wir im Lehrtext. Ihre Haltung zu Gott ist völlig eindeutig: Sie erkennen ihn als den, der „alle Dinge geschaffen“ hat. Deshalb beten sie ihn an und geben ihm die Ehre.
Wie ich es sehe, gibt es nur einen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Es gibt auch nur einen, der ein Mensch wie wir wurde. Es gibt nur einen, der unsere Schuld auf sich nahm, dafür gekreuzigt wurde und wieder auferstand. Ihm allein steht alle Herrlichkeit, Ehre und Macht zu.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Jes. 48,4-5
Als Gebet einen Liedvers:
Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte,
die du geschaffen durch dein Allmachtswort.
Wenn ich auf alle jene Wesen achte,
die du regierst und nährest fort und fort.
Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher, zu:
Wie groß bist du! Wie groß bist du!
Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher, zu:
Wie groß bist du! Wie groß bist du!
Text: Manfred von Glehn (1867-1924)