Losungswort
Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter.
Psalm 105,8
Lehrtext
Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre.
2. Korinther 1,20
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Heute beginne ich einmal mit dem Lehrtext. Dort geht es um ein „Ja“ und um ein „Amen“. Das „Ja“ bezieht sich auf Jesus Christus, das „Amen“ auf uns. Insgesamt ist es ein Zusammenspiel zwischen Gott, Jesus Christus und uns. Gott gibt uns Menschen Verheißungen, Jesus Christus wiederum macht den Weg zu Gottes Verheißungen frei, und wir bestätigen mit unserem „Amen“ – so sei es –, dass wir das auch erhalten möchten, was Gott für uns bereithält.
Das klingt vielleicht abstrakt. Ein konkretes Beispiel dafür entdecken wir im Umfeld des Losungswortes. Dort heißt es, dass Gott seinen Bund mit Israel nicht vergisst. Drei Verse weiter lesen wir, dass Gott sprach: „Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures Erbteils.“(1) Trotz etlicher Zerstreuungen und Wegführungen hat Gott seine Verheißung nie zurückgenommen. Auch heute wohnt das Volk Israel im ehemaligen Kanaan. Ich bin davon überzeugt, dass der Versuch, Israel von der Landkarte auszulöschen, niemals gelingen wird, weil der lebendige Gott seine Verheißung nicht fallen lässt. Doch auch Menschen jüdischer Herkunft müssen ein „Amen“ dazu finden, dort leben zu wollen.
Nun geht es aber nicht nur um das Land Israel. Es geht um eine noch viel größere Verheißung – nämlich um die Verheißung des Himmels: ewiges Leben bei und mit Gott. Genau diese Verheißung hat durch Jesus ihr „Ja“ gefunden und damit auch alle Verheißungen, die mit dem Himmelreich zusammenhängen: Frieden, Liebe, Barmherzigkeit, Freude, Vollmacht, Kraft, Gemeinschaft des Heiligen Geistes und vieles mehr. Den Weg hat Jesus Christus am Kreuz und in der Auferstehung für uns geebnet. Finden Gottes Verheißungen nun auch ein „Amen“ bei uns? Dann wird vieles von dem schon jetzt wie eine aufgehende Saat bei uns zu finden sein. Heute noch unter Anfechtungen, Leid und Ablehnung – doch morgen vielleicht schon ohne Leid und Geschrei in Gottes neuer Schöpfung.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Ps. 105,11 (Luther 2017)
Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass durch dich alles, was Gott uns jemals versprochen hat, in Erfüllung geht. Ich will zu allem mein „Amen“ geben und bitte dich für meine Mitmenschen, dass sie davon erfahren und ebenfalls ihr „So sei es“ dazu geben. Das bitte ich in deinem Namen, Jesus, Amen.