Losungswort
Das sei ferne von uns, dass wir uns auflehnen gegen den HERRN und uns heute von ihm abwenden.
Josua 22,29
Lehrtext
Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst retten und die, die dich hören.
1. Timotheus 4,16
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. In ihm sagt der Apostel Paulus zu Timotheus: „Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken!“ Auf sich selbst achten – passt das denn zu einer Einstellung des Dienens? Ich meine, ja. Das sieht man schon im praktischen Leben: Wer helfen will, muss mehr mitbringen als die mündliche Bereitschaft. Sonst bleibt es vermutlich nur bei einem zwar ehrlich gemeinten Wunsch, der aber bedauerlicherweise nicht umgesetzt werden kann. Wenn man helfen will, muss man belastbar sein sowie über ein gewisses Fachwissen verfügen.
Auf dieses Fachwissen – Paulus nennt es „die Lehre“ – sollte Timotheus ebenso achten. Damit war die Botschaft von Jesus Christus gemeint. Timotheus sollte also nicht nur auf sich selbst achthaben, sondern ebenfalls auf das Evangelium. Wenn er das tat, würde es nicht nur ihn „retten“, sondern auch diejenigen, die auf ihn hörten. Seine geistliche Hygiene hatte also auch Auswirkung auf andere, und zwar zum Positiven.
Im übertragenen Sinn geht es im Kontext zum Losungswort um etwas Ähnliches. Bei der Landverteilung von Israel hatten sich zweieinhalb Stämme jenseits des Jordans angesiedelt und dort einen Altar errichtet. Als die anderen Stämme davon hörten, waren sie äußerst besorgt. Sie befürchteten, der neue Altar würde zu Abgötterei führen, sodass Gott sie dann alle strafen würde.(1) Allerdings entpuppten sich ihre Vermutungen als falsch: Die zweieinhalb Stämme hatten den Altar nicht gebaut, weil sie Gott verlassen wollten. Vielmehr sollte der Altar als Zeichen dafür dienen, dass sie unbedingt zu ihm gehören wollten.(2)
Manchmal kann es zu Missverständnissen kommen, wenn wir das hochhalten, was Gott uns anvertraut hat. Umso wichtiger ist es, zu wissen, warum man etwas tut. Und darauf zu achten, dass wir in Christus und seiner Liebe bleiben.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Jos. 22,18 (2) Jos. 22,24-28
Gebet:
Herr Jesus Christus, danke, dass du immer bei uns bist. Schenke mir einen willigen Geist und ein offenes Ohr für dich, sodass ich erkennen kann, was du für mich geplant hast. Rüste mich zu, damit ich für andere ein Segen sein kann. Und bewahre mich davor, aus eigener Kraft zu handeln. Danke, dass du alles in der Hand hältst. Amen.