Losungswort
Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Jesaja 52,10
Lehrtext
Ihr seid also nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, ihr seid vielmehr Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.
Epheser 2,19
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Das heutige Losungswort schildert, dass Gott sein Volk retten wird – und zwar sichtbar für alle Menschen. Von welcher Zeit spricht der Prophet Jesaja hier? Geht es um die Rückführung aus der Babylonischen Gefangenschaft? Oder um das Heil, das durch Jesus Christus in diese Welt gekommen ist? Oder steht die Erfüllung noch aus, dass Gott Israel vor denen retten wird, die es bedrohen?
Nun, eine Prophetie kann sich mehrfach erfüllen oder auch in mehreren Etappen: zuerst teilweise und am Ende vollständig. Weiterhin schildert sie nicht nur ein oder mehrere historische Ereignisse, sondern ebenfalls Gottes Wesen. So besagt das Losungswort, dass Gott alles zum Guten ausführen wird. Das Beste kommt also noch. Diese Botschaft halte ich gerade in einer Zeit für wichtig, in der sich unsere Welt zunehmend verdunkelt. Wenn ich die Nachrichten höre, frage ich mich manchmal: Was kommt da auf uns zu? Gibt es überhaupt noch Grenzen oder Tabus, die nicht überschritten werden? Doch dann schaue ich mir den Lehrtext an und mir wird klar, wie wichtig es ist, dass wir Christen gerade in solchen Zeiten da sind.
Der Lehrtext spricht nun von einem Bürgerrecht in einem anderen Reich – nämlich im Himmelreich. Wir sind Hausgenossen Gottes – und das inmitten dieser Welt. Dabei hat das Himmelreich seinen eigenen Charakter. Hier finden wir Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme, Selbstbeherrschung(1) und eine Hoffnung, die uns niemand nehmen kann. Auch Genügsamkeit finden wir dort. Je mehr wir danach trachten, wie Bürger dieses Reiches zu leben, je heller scheint unser Licht in die Welt hinein. Diese kommt nicht zur Ruhe, Frieden scheint in weiter Ferne zu sein und der Lebensstandard droht abzunehmen – doch all das kann uns das nicht rauben, was Gott in seinem Reich für uns bereithält. Wollen wir es ergreifen?
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) nach Gal 5,22-23 [Neue Genfer Übersetzung]
Als Gebetsinspiration heute die Übersetzung eines alten Gospelsongs:
Diese Freude, die ich habe, hat mir die Welt nicht gegeben.
Die Welt hat sie mir nicht gegeben, die Welt kann sie mir auch nicht nehmen.
Diesen Frieden, den ich habe, hat mir die Welt nicht gegeben.
Die Welt hat ihn mir nicht gegeben, die Welt kann ihn mir auch nicht nehmen.
Diese Liebe, die ich habe, hat mir die Welt nicht gegeben.
Die Welt hat sie mir nicht gegeben, die Welt kann sie mir auch nicht nehmen.
Diese Hoffnung, die ich habe, hat mir die Welt nicht gegeben.
Die Welt hat sie mir nicht gegeben, die Welt kann sie mir auch nicht nehmen.
Das Original ist zu hören unter https://www.youtube.com/watch?v=VmCYo7tX0jY&t=24s