Losungswort
Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.
Hesekiel 34,16
Lehrtext
Ihr irrtet umher wie Schafe, doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten, zum Beschützer eurer Seelen.
1. Petrus 2,25
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Im Zusammenhang mit den heutigen Bibelversen wird Gottes Volk mit Schafen verglichen, die verirrt waren und nun nach Hause zurückkehren. Wie ich es verstehe, ist damit die Rückführung zu Gott gemeint. Im Losungswort kündigt Gott an, sich selbst darum zu kümmern. Die Hirten, die das eigentlich machen sollten, hatten die Menschen nämlich im Stich gelassen und nach eigenen Vorteilen gesucht.(1)
Das Bild vom verirrten Schaf, das Hilfe braucht, ist uns ebenfalls aus dem neuen Testament vertraut. So erzählte Jesus im Gleichnis vom verlorenen Schaf von einem Hirten, der neunundneunzig Schafe zurücklässt, um ein Einziges zu retten.(2) Im Lehrtext nun schreibt der Apostel Petrus: „Ihr irrtet umher wie Schafe, doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten, zum Beschützer eurer Seelen.“ Hier ist es nicht der Hirte, der die Schafe holt – es sind die Schafe, die zu ihrem Hirten zurückkehren. Darin wird etwas sichtbar, was meiner Meinung nach essenziell zum Evangelium gehört: eine persönliche Entscheidung. Gott zwingt niemanden in sein Reich. Er bietet an, er fordert auf, er warnt manches Mal, er lädt ein und er wirbt um uns – und doch lässt er die Entscheidung dafür oder dagegen jeden Menschen selbst treffen.
Es sind nicht Argumente, die uns zu Gott ziehen. Es ist auch nicht die Angst, die uns in seine Arme treibt. Vielmehr ist es ein inneres Sehnen nach etwas, das verloren gegangen ist: unser Zuhause beim Vater. Hier greift der Vergleich von den Schafen, die auf der Suche nach guter Weide und Schutz umherirren. Wenn wir nun auf den „Beschützer“ unserer Seelen – nämlich Jesus Christus – treffen, werden wir freudig in seine Arme laufen. Er ist es, der Verirrte zurückbringt, Verwundete verbindet und Schwache stärkt. Er sucht nicht seinen eigenen Vorteil, sondern gab sich am Kreuz für uns hin. Er bringt uns nach Hause zum Vater – wenn wir es wollen.
Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen
(1) Hes. 34,7-9 (2) Matt. 18,12-13
Gebet:
Danke, himmlischer Vater, für Jesus Christus, deinen Sohn. Danke, Herr Jesus, dass du zu uns gekommen bist, um uns den Weg zum Vater zu zeigen. Danke, dass du uns auf diesem Weg begleitest, uns hilfst und heilst. Du stärkst und behütest uns, sodass wir sicher ans Ziel kommen. Danke, Herr. Amen.