Losungswort
Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht.
Psalm 119,172
Lehrtext
Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, meine Brüder und Schwestern.
Jakobus 3,10
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Heute geht es um das, was wir reden und sagen. Jesus Christus erklärte einmal: „Nicht das, was der Mensch durch den Mund in sich aufnimmt, macht ihn in Gottes Augen unrein. Unrein machen ihn vielmehr die Worte, die aus seinem Mund herauskommen.“(1) Er sprach damit Gebote an, nichts Unreines zu essen, weil es den Menschen verunreinige. Was Gott offensichtlich wirklich wichtig ist, ist das, was wir reden. In diesem Sinne lesen wir im Losungswort, dass der Psalmist von Gottes Wort und seinen gerechten Geboten singen will. Jakobus wiederum wunderte sich, dass Christen sowohl Gott loben als auch Flüche aussprechen. Was bedeutet das nun für uns?
Einige Christen meinen, unsere Worte hätten geradezu eine magische Wirkung. Sie warnen davor, negative Dinge auszusprechen, weil sie sich sonst erfüllen. Stattdessen solle man Positives sagen, damit es sich erfüllt. Zwar teile ich diese Auffassung nicht, sehe aber, dass Gott unsere Worte ernst nimmt – nicht, weil sie magische Kräfte hätten, sondern weil sie unser Herz offenbaren. So erläuterte Jesus seinen Ausspruch folgendermaßen: „Was aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen, und diese Dinge sind es, die den Menschen unrein machen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Aussagen, Verleumdungen.“(2)
Ich verstehe das nicht so, dass wir ständig auf unsere Wortwahl achten müssen. Es geht um Inhalte, nicht nur um Worte. Manchmal versuchen Menschen, mit einer korrekten Wortwahl das eigentliche Ansinnen ihres Herzens zu verschleiern. Andere fühlen sich in ihrer Wortwahl kontrolliert. Doch Gott schaut auf das Herz und auf das, was wir wirklich mit unseren Worten sagen wollen. Wenn also inhaltlich Schlechtes aus unserem Mund herausgeht, dann denke ich, ist es Zeit, Gott zu bitten, unser Herz zu erlösen. Aus einem erlösten Herzen werden dann auch erlöste Worte fließen. Unserem Erlöser sei Dank!
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Matt. 15,11 (Neue Genfer Übersetzung) (2) Matt. 15,18-19 (Neue Genfer Übersetzung)
Gebet:
Herr Jesus, ich danke dir, dass du gekommen bist, um uns zu erlösen. So bitte ich dich: Gestalte uns um in dein Bild. Erfülle uns mit deinem Geist und leite uns in allem, was wir sagen. Das bitte ich in deinem Namen, Jesus, Amen.