Losungswort
HERR, wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich.
Psalm 138,7
Lehrtext
Jesus Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Johannes 16,33
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Was tut Gott, wenn wir uns vor etwas fürchten? Die heutigen Bibelverse beleuchten einen bestimmten Aspekt, welcher schnell in Vergessenheit geraten kann. In vielen Fällen lese und erlebe ich Folgendes: Bevor Gott die äußerlichen Umstände oder Bedrohungen verändert, verändert er etwas in uns. So verwandelt er unter anderem Angst in Zuversicht, ohne dass sich die Umstände geändert haben. Oft hätten wir es gern umgekehrt, dass also Gott zunächst das wegnimmt, was uns Angst macht. Warum aber sollen wir getrost sein, auch wenn die Ursache unserer Ängste nicht verschwunden ist?
Ich sehe dafür mehrere Gründe. Zum einen stützen sich Ängste auf negative Erwartungen, die so nicht unbedingt eintreffen müssen. Jemand sagte einmal: „Manch ein Mensch stirbt tausend Tode, ehe er einmal wirklich stirbt.“ Manchmal stützen sich diese negativen Erwartungen auf Tatsachen, manchmal aber nur auf Vermutungen. So oder so glaube ich, dass Gott nicht will, dass wir von Ängsten getrieben werden. Vielmehr soll es unser Vertrauen ihm gegenüber sein, welches uns leitet.
Doch selbst wenn das, was wir befürchten, tatsächlich eintritt, können wir getrost sein. Wenn der Glaube an Gott mein Handeln bestimmt, ändert sich das auch dann nicht, wenn meine schlimmsten Befürchtungen eintreffen. Glauben wir denn nicht an einen Gott, der sogar Tote auferweckt?(1) Hat Gott nicht sogar die drei Freunde von Daniel mitten im Feuer bewahrt? Diese drei Freunde hatten gewiss Angst, wie andere Menschen auch – sie haben sich aber nicht von ihren Ängsten leiten lassen.(2) Wir können zwar unsere Ängste nicht einfach wegglauben. Wir können aber Gott darum bitten, unsere Angst in Zuversicht zu verwandeln. In der Stunde der Not wird Jesus Christus uns beistehen.
In diesem Sinne verstehe ich das Losungswort und den Lehrtext. Gott erquickt uns mitten in der Angst, und Jesus schenkt uns Ruhe und Zuversicht, weil er die Welt überwunden hat.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Hebr. 11,17-19 (2) Dan. 3,15-25
Gebet:
Herr Jesus Christus, ich will dir vertrauen, dass du mich mit Kraft und Zuversicht erfüllst – besonders dann, wenn ich in Not bin und keinen Ausweg mehr sehe. So will ich mich nicht von meinen Ängsten und Befürchtungen leiten lassen, sondern allein von dir. Du stehst uns bei, wenn wir in Not geraten. Dafür danke ich dir. Amen