Losungswort
David sprach zum HERRN: Ich habe schwer gesündigt, dass ich das getan habe. Und nun, HERR, nimm weg die Schuld deines Knechts.
2. Samuel 24,10
Lehrtext
Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
1. Johannes 1,9
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Im heutigen Losungswort lesen wir, dass David Gott darum bat, ihm seine schwere Schuld zu vergeben. Was aber war das für eine Schuld? David hatte eine Zählung der kriegsfähigen Männer in Israel und Juda vorgenommen. Ist denn so etwas ein Vergehen? Nun, selbst Joab, der Feldhauptmann Davids, war gegen eine Zählung, obwohl er ja das größte Interesse daran hätte haben müssen. Ganz am Anfang heißt es: „Und der Zorn des HERRN entbrannte abermals gegen Israel, und er reizte David gegen sie und sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda!“(1) Ich verstehe das so, dass Israel sich nicht mehr auf Gott verließ. Das erzürnte Gott, und er reizte David dazu, sich mehr mit der eigenen militärischen Kraft zu befassen, anstatt ihm zu vertrauen. Davids Sünde bestand meiner Meinung nach also darin, dass er dem nicht widerstand, obwohl ihn Joab sogar davon abhalten wollte.
Nun lesen wir im Lehrtext, dass Gott uns vergibt, wenn wir unsere Sünden bekennen. Auch David erkannte, dass er aus einer falschen Gesinnung heraus gehandelt hatte, und bat Gott um Verzeihung. Darauf legte Gott ihm drei verschiedene Strafmaßnahmen vor.(2) Er machte also nicht alles einfach ungeschehen. Den Grund erkennen wir in der Strafmaßnahme, die David wählte: Er wollte nicht in Menschenhände, sondern nur in Gottes Hand fallen, denn dieser ist gnädig und barmherzig.(3) Die Wahl Davids bedeutete, dass er sich wieder nur auf Gott verlassen wollte. Seine Umkehr war also echt und nicht nur der Versuch, Konsequenzen zu umgehen.
Ich denke, das ist die tiefere Bedeutung des Lehrtextes. Mit dem Bekenntnis unserer Sünden ist kein Lippenbekenntnis gemeint, um ungeschoren davonzukommen. Vielmehr bedeutet es, dass jemand Gott wieder in allem vertrauen will. Der Ursprung der Sünde ist meiner Erkenntnis nach Misstrauen. Die Befreiung wiederum geschieht durch Vertrauen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) 2.Sam. 24,1 [Luther 2017] (2) 2.Sam. 24,12-13 (3) 2.Sam. 24,14-16
Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass ich bei dir durch Jesus Christus Vergebung und Annahme gefunden habe. Ich will mich ganz und gar auf dich und dein Wort verlassen. Und wenn ich einmal davon abkomme, hole mich bitte wieder zurück. Ich danke dir dafür, Amen.