Gedanken zur Losung für Freitag, den 09.01.2026

Losungswort
Ich will sie trösten und sie erfreuen nach ihrer Betrübnis.
Jeremia 31,13

Lehrtext
Unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil.
2. Korinther 1,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Vom Leid zum Trost

Das Kapitel, aus dem das heutige Losungswort stammt, beschreibt die Rückführung Israels in sein Land. So heißt es dort: „Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde.“(1) In diesem Vers, aber auch im Losungswort und im Lehrtext kann man dasselbe Muster erkennen: Gott lässt Leid zu, doch dann beendet er es, tröstet, erfreut und stellt wieder her. Nun fragen sich einige vielleicht: „Warum lässt Gott überhaupt Leid zu?“

Um das zu verstehen, helfen mir unsere Kinder. Wir haben sie erzogen, jedoch nicht dressiert. Unser Ziel war nicht, verängstigte, ständig gehorsame Kinder zu haben, sondern Persönlichkeiten, mit denen wir später auf Augenhöhe leben können. Dazu gehört aber auch, dass sie sich für schlechte Wege entscheiden können. Manch ein Mensch muss erst einmal auf schlechten Wegen gehen, um zu erkennen, warum der gute Weg gut ist.

Als ich studierte, war es üblich, sich zu befreunden und auch gleich intim zu werden. „Heiraten“, dachten wir, „ist etwas für Spießer – aber doch nichts für uns.“ Damals lernte ich meine Frau kennen. Einige Zeit später wurden wir beide an Jesus Christus gläubig und entschlossen uns, anders zu leben. Wir wollten heiraten und sahen in dem Treuegelöbnis der Ehe einen schützenden Rahmen für unser intimes Leben. Das stieß bei einigen Freunden auf herbe Kritik, sodass sogar Freundschaften daran zerbrachen.

Zwanzig Jahre später trafen wir uns alle wieder. Manch eine Beziehung war inzwischen durch viel Kummer gegangen. Nicht durch Tod oder Krankheit, sondern durch Entzweiungen. Und plötzlich sagte einer unserer früheren Freunde: „Eigentlich habe ich mir immer so eine Partnerschaft, wie ihr sie habt, gewünscht.“ Nun, die gute Botschaft ist: Auch wenn viel schief gelaufen ist, finden wir in Jesus Christus einen neuen Anfang. Es ist nie zu spät – und sein Trost ist größer als das vorherige Leid.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Jer. 31,10 [Luther 2017]

Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass wir bei dir einen neuen Anfang finden können. Ich bin nicht mehr ein Produkt meiner Vergangenheit. Das Alte ist bei dir wirklich vergangen. Du machst alles neu. Selbst im Leid bin ich bei dir getröstet. Ich danke dir von ganzem Herzen. Amen.


Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)
Das Copyright der Andachten liegt bei Pastor Hans-Peter Mumssen. Die Andachten dürfen nur unverändert übernommen werden.