Losungswort
Der HERR hebt auf den Dürftigen aus dem Staub.
1. Samuel 2,8
Lehrtext
Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Lukas 1,46-48
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
In den heutigen Bibelversen geht es um zwei Frauen, die durch ein Wunder Gottes schwanger wurden. Hanna, die sich so sehr ein Kind wünschte und keines bekam. Doch dann hatte Gott ihre Gebete erhört. Hanna sah sich in ihrer Niedrigkeit von ihm erhöht – ein Wesenszug Gottes, den wir häufig in der Bibel entdecken.
Auch Maria war auf übernatürliche Weise schwanger geworden. Sie war ebenfalls völlig erstaunt, dass Gott gerade sie dazu erwählt hatte, seinen Sohn zur Welt zu bringen. Was war bei Maria und an Hanna so besonders, dass solche Wunder geschehen konnten? Nun, zunächst glaube ich, dass Wunder Gottes keine Belohnung sind. Wichtig ist aber, dass ein Mensch dazu bereit ist. Maria antwortete dem Engel, der ihr die Botschaft brachte, sie werde durch den Geist Gottes schwanger werden: „Ich bin die Dienerin des Herrn. Was du gesagt hast, soll mit mir geschehen.“(1) Bei Hanna erkennen wir ihre Bereitschaft für ein Wunder Gottes daran, dass sie ihn darum bat.
Wie ist das mit uns? Würden wir auch so handeln wie Hanna oder Maria? Man kann ja alles Mögliche dafür einsetzen, wozu Gott uns berufen könnte. Manchmal erzählen mir Christen, wie sie sich ihre Wünsche erfüllen wollen – Wünsche wie einen Ehepartner, Kinder, ein Haus und eine erfüllende Arbeit, die Spaß macht und gut bezahlt wird. Tatsächlich hält Gott auch solche Segnungen für uns bereit. Doch das ist nicht alles. Manchmal frage ich dann: „Wärst du auch bereit, in ein Land zu gehen, wo Christen verfolgt werden, um dort das Evangelium bekanntzumachen? Oder an einem Ort Gott zu dienen, in dem unser Komfort fehlt?“ Die Antwort ist dann eher verhalten, erschrocken oder ablehnend. Nicht, dass es so kommen muss, doch die Bereitschaft dazu ist in meinen Augen wichtig. „Wen soll ich senden?“, fragte Gott den Propheten Jesaja in einer Vision. Dieser sagte: „Hier bin ich, sende mich.“(2) Wäre das auch unsere Antwort?
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Luk 1,38 [Neue Genfer Übersetzung] (2) Jes. 6,8
Gebet:
Vater im Himmel, ich möchte dir so zur Verfügung stehen wie eine Hanna, eine Maria oder die vielen, die dir gedient haben. Ich bitte dich, dass dein Geist mich immer wieder daran erinnert, was das eigentliche Ziel meines Lebens ist – nämlich für dich da zu sein. Ich danke dir in Jesu Namen, Amen.