Losungswort
Lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!
Psalm 25,20
Lehrtext
Jesus Christus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
Johannes 14,19
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Was meinte Jesus, als er sagte: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben“? Betrachten wir den Sinnzusammenhang, wird deutlich, wie sich das Leben Jesu mit dem unseren verknüpft. Hier ging es nicht um die Auferstehung der Toten am Ende der Zeit, sondern um etwas, was unmittelbar bevorstand. Zuvor hatte Jesus das Kommen des Heiligen Geistes angekündigt. Dieser Geist der Wahrheit wird bei und in seinen Jüngern sein. Dann sagte Jesus: „Ich werde euch nicht als hilflose Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.“(1) Offensichtlich sprach er hier von der Zeit nach seiner Himmelfahrt. Die Welt sieht ihn dann nicht mehr, doch seine Jünger – also auch wir Christen – werden ihn sehen, denn er lebt und auch wir sollen leben. Ich verstehe das so: Unser ewiges Leben beginnt mit dem innewohnenden Heiligen Geist, oder anders gesagt, mit Christus in uns.
Gleich danach beschreibt Jesus die Auswirkungen dessen. So sagt er: „An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und dass ihr in mir seid und ich in euch bin.“(2) Im Grunde erklärt er, dass wir in die Einheit des dreieinigen Gottes mit hineingenommen werden. Das ist so überwältigend, dass man es kaum glauben kann. Doch Jesus macht es möglich.
Eine weitere Auswirkung lesen wir im nächsten Vers: „Wer sich an meine Gebote hält und sie befolgt, der liebt mich wirklich.“(3) Es ist die Liebe zu Jesus, die sich darin zeigt, dass wir seine Gebote ernst nehmen und befolgen wollen. Auch wenn das nicht immer gelingt, bleibt der Wunsch und das Wollen. Und genau dieses innere Drängen ist in meinen Augen ein Zeichen dafür, dass der Geist Gottes in uns wirksam ist.
Im Losungswort bittet David darum, dass Gott ihn nicht zuschanden werden lässt. Die Antwort finden wir im Lehrtext: Die Verbindung mit Jesus Christus lässt uns nicht zuschanden werden. David bekannte: „Denn ich traue auf dich!“ Es ist so leicht – schlichtes Vertrauen öffnet uns die Tür zum Leben.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Joh. 14,18 [Neue Genfer Übersetzung] (2) Joh. 14,20 [Neue Genfer Übersetzung] (3) Joh. 14,21a [Neue Genfer Übersetzung]
Gebet:
Herr Jesus Christus, es begeistert mich immer wieder neu, dass ich dir nur zu vertrauen brauche – und schon öffnet sich der Himmel. Es ist unfassbar, was du für uns bereithältst. Du in uns, und wir in dir. Du in dem Vater und der Vater in dir. All das hat jetzt schon begonnen. Wie klein werden da die Dinge, die uns oft beschäftigen. Ja, du lässt mich nicht zuschanden werden, denn ich darf dir vertrauen. Danke, Jesus. Amen.