Losungswort
HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so herrlich und heilig ist, schrecklich, löblich und wundertätig?
2. Mose 15,11
Lehrtext
Obwohl es solche gibt, die Götter genannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, wie es ja viele Götter und viele Herren gibt, so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.
1. Korinther 8,5-6
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine
Im heutigen Losungswort heißt es: „HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern?“ Von welchen Göttern ist hier die Rede? Zunächst ist mit einem Gott ein höheres Wesen gemeint. Deshalb wird Gott an einigen Stellen auch der höchste, der allmächtige oder auch der lebendige Gott genannt. Gibt es denn tatsächlich andere Götter außer ihm? Sind das dann Engel oder Dämonen – oder nur Erfindungen von Menschen?
Im Lehrtext geht der Apostel Paulus darauf ein, hält allerdings die nähere Beschäftigung mit Göttern und Götzen für uns Christen nicht für relevant. So schreibt er: „Was nun das Essen von Götzenopferfleisch angeht, so wissen wir, dass es keinen Götzen gibt in der Welt und keinen Gott als den einen.“(1) Ob es sie gibt oder welche Macht sie eventuell haben, hat für uns keine Bedeutung – wir haben nur einen Gott: Gott, den Vater aller Dinge.
Diese Aussage widerspricht jeder Art von Aberglauben – und zwar völlig unabhängig davon, ob er sich auf tatsächlich existierende Mächte beruft oder auf ausgedachte. Daraus schließe ich, dass wir nur zu einem Gott und Vater beten und nur zu einem Herrn, nämlich zu Jesus Christus. Auch müssen wir uns nicht so sehr mit der unsichtbaren Welt beschäftigen, weder mit der guten noch mit der bösen. Einige Christen studieren die Winkelzüge des Teufels und der Dämonen; sogar Bücher wurden darüber geschrieben. So beeindruckend all das auch sein mag, im Glauben wird es uns nicht helfen. Nur einem wurde alle Macht im Himmel und auf Erden übergeben – nämlich Jesus Christus.(2)
So tun wir, wie ich meine, gut daran, unsere ganze Aufmerksamkeit Gott dem Vater und dem Sohn zu widmen. Bei ihm finden wir alles, was wir brauchen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) 1.Kor. 8,4 [Luther 2017] (2) Matt. 28,18
Als Gebetsinspiration einen Vers aus dem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“:
Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt,
wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht;
das macht, er ist gericht’:
ein Wörtlein kann ihn fällen.
Text: Martin Luther (vor 1529)
Melodie: Martin Luther und Johann Walter (vor 1529)