Gedanken zur Losung für Dienstag, den 12.05.2026

Losungswort
Der HERR wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.
Psalm 102,18

Lehrtext
Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.
Jakobus 5,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Beten lohnt sich

Die heutigen Bibelverse handeln vom Gebet, genauer gesagt von Bitten, die Menschen an Gott richten. Dazu lesen wir im Losungswort, dass Gott sich besonders den „Verlassenen“ zuwendet – also solchen, um die sich sonst kein anderer kümmert. Allerdings geht der Psalmist davon aus, dass man Gott um Hilfe bittet. Allein die Tatsache, dass jemand verlassen ist, bewirkt noch nichts. Es geht auch darum, sich in seiner Situation an Gott zu wenden.

Vor Jahren ist mir einmal klar geworden, wie der lebendige und barmherzige Gott sich den Menschen zeigt. Er tut es, indem er Gebete erhört – allerdings nicht Gebete an irgendjemanden, sondern Gebete an den wahren Gott und Vater Jesu Christi. Am Anfang meines Glaubenslebens sagte ich einmal zu einem christlichen Freund: „Wenn ich in Not gerate und keiner mir mehr helfen kann, dann habe ich immer noch Jesus.“ Mein Freund antwortete mir: „Mach Jesus nicht zu deiner letzten, sondern zu deiner ersten Hoffnung.“

Ist Jesus Christus unsere erste Hoffnung? Das bedeutet unter anderem, dass wir ihn anrufen, bevor wir nach einer Lösung suchen. Allein das verändert viel in unserem Glaubens- und Gebetsleben. Jemand erzählte einmal, dass bei ihm Krebs diagnostiziert wurde. Dann fuhr er fort: „Viele haben für mich um Heilung gebetet, und Gott hatte beschlossen, mich durch die Hände der Ärzte zu heilen.“ War das jetzt eine Gebetserhörung – „durch die Hände der Ärzte“? Natürlich! Vielleicht wäre er auch ohne Gebet wieder gesund geworden, doch im Gebet geschieht viel mehr als das, was wir sehen können: Wenn es Gott ist, der hinter allem steht, dann vertraue ich ebenfalls darauf, dass er auch in aussichtslosen Situationen retten kann und will.

Der heutige Lehrtext betont besonders, dass Gott auf die Seinen hört. Ein gerechter Mensch, von dem dort die Rede ist, ist ja nicht aus sich selbst heraus gerecht. Gerechtigkeit ist ein Geschenk für alle, die an Jesus Christus glauben. Es lohnt sich also, zu beten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Als Gebet heute zwei Strophen aus dem Lied „Welch ein Freund ist unser Jesus“:

Welch ein Freund ist unser Jesus,
o, wie hoch ist er erhöht!
Er hat uns mit Gott versöhnet
und vertritt uns im Gebet.
Wer mag sagen und ermessen,
wie viel Segen uns entgeht,
wenn wir nicht zu ihm uns wenden
und ihn suchen im Gebet.

Wenn des Feindes Macht uns drohet
und manch Sturm rings um uns weht,
brauchen wir uns nicht zu fürchten,
steh’n wir gläubig im Gebet.
Da erweist sich Jesu Treue,
wie er uns zur Seite steht
als ein mächtiger Erretter,
der erhört ein ernst Gebet.
Text: Joseph Medlicott Scriven (*1819 ✝1886)
Übersetzung: Ernst Heinrich Gebhardt (*1832 ✝1899)


Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)
Das Copyright der Andachten liegt bei Pastor Hans-Peter Mumssen. Die Andachten dürfen nur unverändert übernommen werden.