Gedanken zur Losung für Sonntag, den 04.01.2026

Losungswort
Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien.
Psalm 40,2

Lehrtext
Der Kranke antwortete Jesus: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!
Johannes 5,7-8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott wendet sich zu

Das heutige Losungswort stammt aus einem Psalm Davids. An seinen Liedern fasziniert mich immer wieder die Beharrlichkeit, mit der er Gott suchte. Dabei fanden die jeweiligen Umstände, in denen David sich befand, in seinen Liedern und Gebeten zwar ihren Ausdruck, hatten aber nur wenig Einfluss auf seine grundsätzliche Haltung Gott gegenüber. So konnte er Gott in einem Atemzug loben und ihn gleichzeitig um Hilfe bitten.(1) Schlechte Umstände hielten ihn nicht davon ab, Gottes Gegenwart zu suchen, im Vertrauen darauf, dass dieser da war und ihn hörte.

Im Lehrtext wird von einem Mann berichtet, der seit 38 Jahren gelähmt war. Seine einzige Hoffnung bestand darin, am Teich Betesda darauf zu warten, dass das Wasser sich bewegte. Wer dann zuerst hineinstieg, wurde gesund. Allerdings gab es für den Gelähmten unüberwindbare Hürden: Da waren noch etliche andere Kranke, die schneller als er beim Wasser waren. Und er hatte keine Hilfe. Doch dann kam Jesus und fragte den Mann zunächst, ob er gesund werden wolle, worauf dieser ihm die Problematik erklärte.

Halten wir hier einmal kurz inne. Jesus verliert kein Wort über die Heilung durch eine Bewegung des Wassers, was man vielleicht kritisch hinterfragen könnte. Er tadelt den Kranken nicht für dessen pessimistische Haltung: „Ich habe ja keinen, der mir hilft, deshalb kann ich nicht geheilt werden.“ Er fragt ihn einfach: „Willst du gesund werden?“(2) Und dann kommt eine völlig überraschende Anweisung: „Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!“ Im selben Augenblick war der Mann geheilt und ging umher.(3)

Vielleicht warten auch wir übertragen manchmal darauf, dass das Wasser sich bewegt. Doch Gott ist nicht auf eine Art der Hilfe beschränkt. Er hört, wenn wir zu ihm rufen. Und in Jesus Christus wendet er sich uns zu.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 40,17-18 (2) Joh. 5,6 [Luther 2017] (3) Joh. 5,9

Als Gebet heute ein Lied:

Ich hebe meine Augen auf zu dem, der Wasser in Wein verwandelt.
Ich hebe meine Augen auf zu dem, der das Brot vermehrt.
Nichts ist unmöglich, nichts ist unmöglich,
nichts ist unmöglich bei dir!

Ich hebe meine Augen auf zu dem, der Lahme völlig heilt.
Ich hebe meine Augen auf zu dem, der Blinde sehend macht.
Ich hebe meine Augen auf zu dem, der Tote auferweckt.
Ich hebe meine Augen auf zu dem, der Sünde vergibt!
Nichts ist unmöglich, nichts ist unmöglich,
nichts ist unmöglich bei dir!

Amen.

Katrin Loescher-Samel 1994


Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)
Das Copyright der Andachten liegt bei Pastor Hans-Peter Mumssen. Die Andachten dürfen nur unverändert übernommen werden.